APRIL-AUSGABE



KALEIDOSKOP ZUR DEMOKRATIE

"Hundert Jahre Selbstbestimmungsrecht der Völker"– Ideal oder Ideologie? Iris-Astrid Kern zeigt auf, woher die Idee stammt, was sie heute bedeuten kann und was sie bewirkte. 
Gaston Pfister schaut auf die Anfangsgründe der Demokratie und ihre heutigen Ausgestaltungen. In der ersten Folge gibt er eine Charakteristik der USA.

"LIECHTENSTEIN MUSS ETWAS RICHTIG MACHEN..."
Titus Gebel spricht nicht von Anreizen für die Bevölkerung, sondern dreht den Spiess um und spricht von Anreizen für den Staat, die als Konsequenz eines Abspaltungsrechts von Teilen eines Staates entstünden. Zudem werden die Vorteile eines Kleinstaates sorgfältig herausgearbeitet. 

MODERNE BESESSENHEIT
Nachdem in der letzten Folge (Agora 2/2017) der Kern der Ich-Kultur herausgearbeitet wurde, geht Hans Bonneval diesmal auf die moderne Besessenheit ein. Ausgehend von einem bewussten Verstehenwollen dessen, was «besessen» bedeutet, wird schnell nachvollziehbar, inwieweit wir «modernen» Menschen von diesem Phänomen betroffen sind. Und dazu braucht nicht das Mittelalter heraufbeschworen zu werden, sondern es genügt, wenn man sich einwenig über das alltägliche Bewusstsein erhebt und von dieser Warte auf den Alltag zurückblickt.

SONNENWIEDERKEHR UND PERLENSAAT
Imanuel Klotz arbeitet Aspekte der Seelen- und Geistesentwicklung aus dem Intervall zwischen Naturgewalt und Zartheit der Bilder Fercher von Steinwands heraus und sucht einen Seelenweg daraus zu bilden. Entsteht in der Seele ein innerer Anklang, so mag sie entlang den Bildern eine innere Klärung erleben und sich in eine sinnvolle Ordnung eingebettet empfinden.

DAS WASSER BILDET SEINE UFER SELBST
Dieser Titel ist ein Bild dafür, wie soziales Leben unter Kindern entsteht, und welche Rolle der Pädagoge dabei einnehmen kann. Werner Kuhfuss, der sein pädagogisches Verständnis an Schiller und Steiner anschliesst, und ein Leben lang damit gearbeitet und geforscht hat, schildert auf einfühlsame Weise, wie der Erwachsene ohne störend einzugreifen, Kinder, oder vielleicht besser: das kindliche Spiel lenken kann.

ERKENNTNISPRAXIS UND WELTANSCHAUUNG 
Ein Erkenntnistheoretiker denkt über das Denken. Das bedeutet, wenn er schreibt, dass er nichts erzählt über das Denken, sondern wenn er schreibt, dann schreibt er denkend. Dem Leser bleibt nichts übrig, als seinen Gedanken zu folgen, die sich nicht mehr auf die Leitplanke des Sinnlichen stützen, sondern der jeweils nächste Gedanke stützt sich auf die vorigen. Und was geschieht? Entsteht ein Gedankengebäude? Ein System? Nein, darum geht es nicht. Worum dann? Mit einwenig Übung oder beim zweiten oder dritten Mal Lesen, gehen einem während dem Gedanken folgenden Lesen kleinere und grosse Lichter auf. Es kann sich auch eine Empfindung einstellen, die bei diesem Text von Carl Unger an ein klares, ruhig fliessendes Wasser erinnert. «Über allen Gipfeln ist Ruh’», möchte man mit Goethe sagen – bis man mit einem Mal überrascht wird davon, gerade einen neuen, selber noch nie gedachten Gedanken gedacht zu haben. Man möchte innerlich aufjauchzen – findet sich überrascht von einer Erkenntnis und damit sogleich in weitere tiefe Lebens- und Weltanschauungsfragen versetzt.

"WIE SICH TANTE LIESCHEN DIE WIEDERVERKÖRPERUNG VORSTELLT..."
Solche Vorstellungen haben sich auch in die «akademische Gruppenseele» verirrt und Ballmer spürt sie im diesmal abgedruckten «Brief an Dr. L.» auf in einem Artikel von H. Poppelbaum. Das mit feinem Humor kritisierte Stück ist ebenfalls abgedruckt, um die Kritik nachvollziehen zu können.



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