AUSGABE JANUAR/FEBRUAR 2018



DER EGOISMUS IN DER PHILOSOPHIE (TEIL 4)
Im vorliegenden Auszug aus dem «Egoismus» behandelt Rudolf Steiner den Wandel im Verhältnis des Menschen zu Gott, von einem Wesen, das der Mensch ausserhalb von sich selber sucht, zu dem christlich-mystischen Suchen des Gottes im eigenen Innern, das mit der Selbstentäusserung einhergeht. An der «Theologia Deutsch» wird gezeigt, wie sich der Mensch zu einem Werkzeug des göttlichen Willens erzieht. Das Problem der Selbsterkenntnis ist dann nicht mehr zu trennen von der Frage nach dem guten Handeln, nach der Sittlichkeit. Näher besprochen werden in dem Zusammenhang Jakob Böhme und René Descartes. 


SO TIEF VERSTRICKT IN PHRASENTUM
Eine Vertiefung von manchen warnenden und weckenden Aussagen Rudolf Steiners, über die erfahrungsgemäss gern hinweggelesen wird, erleben wir in den markanten Worten von Maria Dörig. Sie macht das Wirken der Gegenmächte in unseren eigenen Denkgewohnheiten bewusst – die Zeitsignatur, in welcher wir so tief und scheinbar mit uns selbst identisch drinstecken, dass wir sie am allerwenigsten bemerken und deshalb auch nicht von selbst darauf verfallen, sie zu reflektieren und zu überwinden. 


EIN WEG ZUR ANTHROPOSOPHIE
Einen Weg zur Anthroposophie findet Tatiana Koshemchuk in Karen Swassjans Büchern in Russland. Eindrücklich schildert sie, wie der damals noch in Erewan, Armenien lebende und lehrende Philosoph K.A. Swassjan durch seine ersten Bücher in Moskau bekannt wurde, und ein Kreis junger Intellektueller die Anthroposophie, obwohl sie nicht explizit erwähnt wurde, doch wahrnahm, und wie sie es unternahmen, sich darüber zu vergewissern. Dabei erfahren wir auch etwas von den Wegen, auf welchen die anthroposophischen Kreise in Russland entstehen konnten. Ein nachträglicher Beitrag zum 70. Geburtstag von Karen A. Swassjan. 


KARL BALLMER – BRIEFE
In den kommenden Monaten werden nach und nach Briefe von Karl Ballmer, die noch in Manuskriptform im Aarauer Kantonsarchiv lagern, hier erstmals veröffentlicht. Den Auftakt machen drei Briefe «An eine Hamburger Dame», von denen der erste in dieser Ausgabe erscheint. Darin wird deutlich, wie Ballmer jede kleinste Begebenheit des Alltags nicht gedankenlos hinnimmt, sondern deren Eingebettetsein in den Kosmos mit Bewusstsein durchdringt. Mit andern Worten, dass er die sonst unbewusst bleibende, geistige Seite der Ereignisse ergänzt und erläutert. 


ZUGÄNGE ZUM CHRISTENTUM
Der Vortrag von Friedrich Eymann zum Matthäus-Evangelium befasst sich mit der Frage, wie sich der Impuls im eigenen Leben und Erleben verorten lässt, der als der Christusimpuls seit 2000 Jahren in der Menschheit wirkt. Wie ist sein Verhältnis zu andern Religionen und Gebieten des Geisteslebens? Wie spiegelt sich das im Matthäus-Evangelium? Dazu werden einige Motive daraus aufgegriffen und erläutert, wie das Motiv der Speisung, das Motiv des Menschensohnes und das Motiv des Schalksknechts.


GENDERWAHN
Ein hochaktuelles Thema ist gender mainstreaming. Es ist beinah unermesslich, wie tief eingreifend und sinnzerstörend das ist, was damit obligatorisch den Kindern eingeimpft und wodurch die Menschheit umerzogen wird. Johannes Kartje zeigt es mit Hilfe symptomatischer Schlaglichter sehr eindrücklich. Dass nicht einmal die Waldorfschulbewegung davor gefeit ist, auf den Genderwahnsinn hereinzufallen, und nicht einmal davor Halt gemacht wird, Rudolf Steiner mit hineinzuziehen, zeigt einmal mehr, wie schwach das geistige Immunsystem innerhalb der Anthroposophenschaft ist. 



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