AUSGABE JANUAR/FEBRUAR 2019


KARL BALLMER - BRIEFE UND SCHRIFTEN

In diesem kurzen Ausschnitt aus seinem Buch «Deutsche Physik von einem Schweizer» stösst Ballmer auf den Gleichklang des «westöstlichen Materialismus» in der Chemie. Er geht dann über zum Problem des Materialismus überhaupt und zum «deutschen Materialismus». Wie verhält sich der russische (bolschewistische) Materialismus (nach Ballmer: «made in Germany») zum deutschen Materialismus? 


WLADIMIR SOLOWJEFF - SKIZZEN ZU EINEM PORTRAIT

Philosoph, Dichter, Mystiker, Visionär ... es sind dies die Masken dieser Persönlichkeit, die Karen Swassjan in so vielen Facetten und mit einer einmaligen Einfühlung tief menschlich zur Erscheinung bringt. Ein lebendiges, humorvolles Portait entsteht von der Person und der Grösse Solowjeffs, dessen Persönliches, Intimes – in Andrej Belyjs Wahrnehmung – noch viel interessanter und bedeutender gewesen sein soll als seine verschriftlichte Philosophie. Die Darstellung – oder Solowjeffs Leben selbst? Seine Biographie, die Zeichnung seines Lebens – erinnert an eine gekonnte Improvisation, die sich im Intervall zwischen einem erratischen Block und zartesten Sophienvisionen abspielt. Doch genug an gedroschenem Stroh, das Original ist zu finden in dieser Agora. 
Und ebenfalls das Original des Originals, Solowjeffs Poem «Drei Begegnungen» 


MARINA ZWETAJEWAS BEGEGNUNG MIT ANDREJ BELYJ

Eigentlich müsste stehen: Andrej Belyj. Oder Marina Zwetajewas Andrej Belyj. Aber Zwetajewas genialer Gesang über ihre Begegnung mit dem genialen Andrej Belyj ist ein Kunstwerk für sich. Es geschieht etwas ganz Besonderes, wenn die Genialität des einen mit der Genialität eines anderen verwoben wird: eine Steigerung findet statt – nur dass so etwas leider viel zu selten vorkommt – etwa in Beethovens Chor über Schillers Ode an die Freude. Wer könnte besser davon Zeugnis ablegen, was es heisst, eines Freundes Freund zu sein, als diese unvergleichlichen russischen Menschen, wenn sie ihr Bestes zu geben wissen.


ANDREJ BELYJ: DIE KRISE DER KULTUR

Hier spricht Belyj. Was für eine Bestürzung! So ein Hereinbrechen der Anthroposophie in das Innere, so ein Durcharbeiten, Durchplastizieren, Aneignen des bei Rudolf Steiner Aufgenommenen, Gelernten, zur Erinnerung Gebrachten ... Die Verbindung glänzender Intellektualität mit ungeheuerlicher Empfindungstiefe, einem ungeheurlichen Empfindungsreichtum ... Was haben «wir Anthroposophen hier» seit hundert Jahren eigentlich gemacht? Wären nicht die Regale mit der inflationären Sekundärliteratur über Steiner und die Anthroposophie leerzufegen und mit ganz wenigen Namen neu zu bestücken? Dann gehörte ganz gewiss Belyj dazu! 


MAXIMILIAN WOLOSCHIN – ÜBER DIE ANTHROPOSOPHIE NACH RUSSLAND

Und Woloschin natürlich! Tatiana A. Koshemchuk arbeitet heraus, wie Maximilian Woloschin nach seiner Dornacher Zeit, um den Schatz der Anthroposophie reicher, nach Russland zurückkehrt, in ein Land, das unverschuldet, als soziales Experimentierfeld, die fürchterlichsten Umwälzungen und Grausamkeiten erleidet. Für Woloschin, mit den höchsten Menschheitszielen im Bewusstsein, musste dies zu existentiellen Zerreissproben führen , die er in stark leuchtenden und scharf gezeichneten Versen, oft in religiösen Bildern, verarbeitete. 


RUSSLAND-TAGEBUCH II.

Die zweite Episode handelt von der Inspirationskraft der russischen Landschaft und vom ersten Eindruck, den die russische Hauptstadt auf einem unbeschriebenen Blatt hervorrufen kann. 


RUDOLF STEINER ZU RUSSLAND

Eine Auswahl von Texten, die den so tragischen wie tragenden Grundton und die ganze Tragweite des russischen Themas zum Bewusstsein bringt. Sie geben eine Orientierung zu den Ereignissen, die die Menschheit seither erlebt hat – was sich in den unterschiedlichen Beiträgen spiegelt. 


RUSSISCHE REVOLUTION AUS WESTLICHER SICHT

Was ist in Russland geschehen? Was ist mit Russland geschehen? Wie wurde das vom Westen wahrgenommen? Durch welche Brille wurde es betrachtet? Wie hat sich das, wovon bei Steiner die Rede ist, konkret abgespielt? Eine Fülle von Wahrnehmungen, nicht nur gespiegelt, sondern zu Urphänomenen verarbeitet, breiten die Kulturkrankheit wie in prägnanten, gestochen scharfen Lettern vor uns aus, anschaulich, verblüffend, lehrreich, erschütternd ... 



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