AUSGABE MÄRZ/APRIL 2019



WAS IST'S UM ANTHROPOSOPHIE? – KARL BALLMER

Den Auftakt zu diesem Heft macht wie jedesmal eine kleine «Karl-Ballmer-Probe»(1). Der Mut zum Anthropomorphismus führt Ballmer dazu, den Theologi die Stirn zu bieten und nicht weniger dem «heiligen Kant»! Ein unbedachter Satz eines Theologen wird Ballmer zum Anlass für eine fruchtbare Auseinandersetzung. Karen A. Swassjan fügt im Nachwort den Kontext der Geschichte der abendländischen Philosophie hinzu, die sich nach und nach zur Fähigkeit hinaufentwickelte, eines Tages in Anthroposophie umzuschlagen.


100 JAHRE DORNENHECKE

Gemeint ist der Sozialimpuls Rudolf Steiners, ohne den es auch keine Waldorfpädagogik gäbe. Deshalb leiten einige Beiträge zum dreigliedrigen sozialen Organismus zum Waldorf-Thema über. Ein kurzer Einblick in die Anfänge des Wirkens für den Sozialimpuls gibt Gaston Pfister. Er schildert, mit welchem Enthusiasmus die Idee vertreten wurde, und mit welchen Schwierigkeiten gekämpft werden musste und muss, bis heute.


EIN BEFEUERNDER KERNSATZ

Plötzlich wird aus einem Satz aus Rudolf Steiners «Kernpunkten» ein Wahrnehmungsorgan, ein Okular, durch welches weltumspannende Zusammenhäge im Wirtschaftsleben gesehen werden. Christiane Linde bringt durch eindringliche, farbige Bilder wesentliche Grundgedanken der Soziallehre Rudolf Steiners zum Erlebnis.


WALDORF 100

Mit Rüdiger Blankertz sind wir schon in medias res: 100 Jahre Waldorf. Anhand von einschlägigen Textstellen von Rudolf Steiner bringt er die blinden Flecken in Selbstverständnis und Praxis der freien Waldorfschule an den Tag. Es will keine fruchtlose Kritik geübt, sondern das Geistesfeuer der Gründungsintention entfacht werden! Ohne Reibung keine Wärme – das sollten die (Phy-
sik-)Lehrer am allerbesten wissen!


RUDOLF STEINER – TEXTE ZUR PÄDAGOGIK

Die Textsammlung weckt Bewusstsein dafür, was der Bildung und Erziehung im Allgemeinen fehlt, und lässt die Ideen aufleben von dem, was für das Fortschreiten der Menschheit notwendig ist – und wie es in der Pädagogik Steiners zur Anwendung kommt.


WENN DIE GRÜNE SCHLANGE ZUR BRÜCKE WIRD ...

«Was fehlt der Waldorfschule?» Vier Autoren der AGORA haben dazu spontan ihre Ansichten kundgetan. Unter dem Motto: «Wenn die grüne Schlange zur Brücke wird ...» ergreifen sie mit vereinten Kräften den pädagogischen Impuls Rudolf Steiners, um ihn in neu eroberter, ursprünglicher Frische als Heilimpuls für unsere Zeit in eine entsprechende Lehrertagung einmünden zu lassen. Die Rückseite des Heftes ist deshalb diesmal auch unserer Lehrertagung gewidmet.


PHYSIOGNOMISCHE PÄDAGOGIK

Den Begriff prägte Rudolf Steiner in seinen pädagogischen Vorträgen. Weil diese keine Lehrinhalte im gewöhnlichen Sinn sind, werden sie heute immer weniger verstanden und entsprechend nicht mehr studiert. Johannes Kartje baut eine Brücke für das heutige Verständnis zu den Texten Steiners.


DIE ERDE WAR EIN LEBENDIGES WESEN

Dankmar Bosse hat die Enstehung der Gesteine erforscht, und zwar brachte er die äusseren Tatsachen mit Rudolf Steiners «Geheimwissenschaft im Umriss» zusammen. Die gewohnten Vorstellungen können da so manche überraschende Revision erleben.


DIE KRISE DER KULTUR (II.)

Schon länger als ein Jahr zieht sich das russische Thema durch die AGORA-Arbeit. Letztes Jahr hat Tatiana Koshemchuk in Max Woloschin eingeführt, den jetzt Andrej Belyj abgelöst hat. Beide waren persönliche Schüler Rudolf Steiners und haben den anthroposophischen Impuls nach Russland gebracht. Von Belyj ist diesmal eine Einweihung in Schuberts Winterreise zu erleben – inmitten einer permanenten Auferstehung abendländischen Geisteslebens.


RUSSLAND-TAGEBUCH (III.)

Von einem Ausflug und einer ziemlich unüblichen «Führung» durch den Katharinenpalast in Puschkin und Geplauder aus der Schule der unsichtbaren Stadt Kitesch.


68er-HELD

Maria Dörig zeigt einmal mehr, was ein Meinungsführer der Anthroposophischen Gesellschaft so alles verträumt und verschläft. – Es kann dies auch stellvertretend für die «Erzieher zur Freiheit» genommen werden.



(1) Der Ausdruck stammt von K. Swassjan, vgl. sein Buch: Die Karl-Ballmer-Probe. Edition LGC Siegen/Sancey Le Grand 2013 (2. erw. Auflage)



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