DEZEMBER-AUSGABE


KARL BALLMER UND BRUDER KLAUS
«Seit Christus der Himmelsherr der Erde geworden ist (er machte das Zeichen des Kreuzes), kann man das Eigentum nicht heidnisch verstehen. Ihr seid nicht mit dem römischen Recht getauft, sondern mit dem Geist.» – So direkt und klar spricht Bruder Klaus zu Karl Ballmer im Geiste. Aber gleichzeitig: wie schwer verständlich ist es trotzdem! Wäre es leicht zu verstehen – so manches wäre dann anders. Es lohnt sich, lange über die Worte von Bruder Klaus nachzusinnen. 

RUDOLF STEINER: DER EGOISMUS IN DER PHILOSOPHIE
Im dritten Teil von Steiners «Der Egoismus in der Philsophie» kommen entscheidende Gedanken zur Sprache – Gedanken, deren Gedachtwerden unerlässlich ist, um die Anthroposophie zu verstehen. Zum ersten Mal in diesem Aufsatz kommt Steiner hier auf Max Stirner zu sprechen, der darin – weil für das Verständnis der Anthroposophie notwendig – eine zentrale Rolle spielt. So werden die ersten Versuche der griechischen Philosophen, Welt und Mensch zu verstehen, aufgehoben in Denk-Erreichnissen Goethes und Max Stirners. Steiner zeigt im weiteren auf, in welchem Verhältnis das Christentum und die Scholastik stehen zu der Entwicklung der Philosophie des Egoismus. 

ANTHROPOSOPHIE IST DAS ERWACHEN IN DIE WIRKLICHKEIT
«Anthroposophie ist keine Wiege, in die sich meditierende und sonstige Faulenzer verkriechen und sich von ‚Klassenstunden‘ einlullen lassen, sondern sie ist das Erwachen in die Wirklichkeit. In die Wirklichkeit der Krankheit und des Todes, der gerade deswegen kein Ableben und Entschlafen mehr ist, weil ihn ein Erwachender stirbt.» – Solche Gedanken, wie sie Swassjan seinen Lesern (und weit über diese hinaus) zumutet, werden oft als sinnlose Provokation aufgenommen. Uns dienen sie einem Aufwachen, um den beherrschenden Kräften bewusst begegnen zu lernen. Eine Würdigung zum 70. Geburtstag von Prof. Karen Swassjan von Thomas Külken und Maria Dörig.

70 JAHRE LANGMUT: ZUM GEBURTSTAG VON KAREN SWASSJAN
Peter Wyssling und Ilja Karenovics haben sich der schweren Aufgabe angenommen, Karen Swassjans Biographie nach Form und Dynamik zu fassen, mit dem Anliegen, dem, welcher hier gemeint ist, für einmal so gut als möglich Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Diejenigen, welche Karen Swassjan schätzen, vermögen die Grösse des Unterfangens zu ermessen und schliessen sich tief bewegt durch so manches, was in diesem schönen Texte an Wesentlichem ausgesprochen wird, dem darin Ausgesprochenen von ganzem Herzen an.

DIE DER GEGENWART NOTWENDIGE SEELENNOT
Rüdiger Blankertz befasst sich hier mit von den Herausgebern von Steiner-Texten eigenmächtig veränderten Wortlauten. Die Absicht liegt darin, zu erforschen, was der Grund für diese Fälschungen gewesen ist. Es werden die Gründe aufgesucht, die den Prozess des Verstehenkönnens behindern. Manch ein Gedanke, den Steiner entwickelte, ist für den Leser schwierig zu fassen, und so schleichen sich Missverständnisse ein, die oft äusserst hartnäckig sind und fatale Auswirkungen haben, im Persönlichen wie auch im (anthropospohisch-)Sozialen. Blankertz macht diese Missverständnisse bewusst und führt sie sorgsam in ein adäquates Verständnis der ihnen zugrundeliegenden Gedanken über.

ZUGÄNGE ZUM CHRISTENTUM
Aristoteles und die arabisch-islamische Hochkultur im Mittelalter lautet das Thema, und es ist der Kontext, aus welchem heraus Berthold Wulf durch einen scharfen Blick auf Averroes den Zusammenhang herstellt zwischen der christlichen, bzw. islamischen Eigenheit und dem Denkerlebnis, bzw. dem Umgang mit der Begrifflichkeit. 



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