MÄRZ - AUSGABE



KALEIDOSKOP ZUR DEMOKRATIE

Nach einem editorialen Streifzug durch die Welt, der in der Schweiz endet, schweift der Blick in die Nachbarschaft und findet eine Erfolgsgeschichte in Liechtenstein und einen ganz offensichtlich tragischen Fall: Deutschland. Wie gut kennen wir unsere Nachbarn? Titus Gebel untersuchte die Staatsform Liechtensteins und vergleicht sie mit Deutschland, auf der Suche nach Lösungen für das unbefriedigende deutsche System. Unversehens findet man sich auf einen Schauplatz ernsthafter staatskünstlerischer Entwürfe versetzt, die hier in Mitteleuropa während der letzten Jahrzehnte entstehen konnten, indem sie die Entscheidung trafen, sich im Rahmen der Realisierbarkeit zu bewegen. Ein Beitrag zum Wettbewerb der Ideen. 

KINDER DES VERDERBENS
Wer hat nicht ein ambivalentes Verhältnis zum Journalismus? Und wer spürt nicht die Macht, die von ihm ausgeht?
Karen Swassjan arbeitet wie mit dem Meissel deutlich heraus, was oft dumpf im Gefühl lebt. 

DER PHILANTHROPIST
Es ist nicht möglich, das Böse zu erkennen, ohne hinzschauen. Und ein Beitrag kann unmöglich nett sein, in dem das Böse beim Namen genannt werden soll.
Eine Abenteuerreise zum grössten Philanthropen der Welt mit Iris-Astrid Kern.

FERCHER VON STEINWAND
Johann-Fercher von Steinwands Geburts- und Todestag fallen beide in den März, was Walter Schlegel zum Anlass wurde, den deutsch-österreichischen Dichter in dieser Ausgabe etwas näher vorzustellen. Steinwand scheint schwer fassbar zu sein. Wie es grossen Geistern so eigen ist, spricht auch er sich in seinem Werk aus, und sieht sich am besten aufgehoben im Kreis anderer grosser Geister. 

IGNAZ PAUL VITAL TROXLER
Auch der Schweizer Ignaz Paul Vital Troxler gehört zu den wesentlichen Repräsentanten des mitteleuropäischen Geisteslebens. Franz Lohri hat Troxler im Werk Rudolf Steiners aufgesucht. In dem hier vorliegenden Vortragsauszug schildert Steiner, wie das Beobachten des Übersinnlichen im Bewusstsein bei Troxler schon die Keime zu der künftigen Geisteswissenschaft enthält, die Steiner anknüpfend an Goethe und Schiller und an viele andere Geister entwickelte. Infolge der tragischen Weltkriegsereignisse des 20. Jahrhunderts wurde die von wirtschaftlichen Interessen geleitete Lebensweise des amerikanischen Westens Mitteleuropa aufgeprägt, und das deutsche Geistesleben, von dem hier die Rede ist, zusammen mit der neuen Geisteswissenschaft, verschwand weitgehend aus dem öffentlichen Leben. Da sie aber eine Realität in der Menschheitsentwicklung ist, findet sie in den Gedanken, Empfindungen und Willensimpulsen etlicher Menschen Resonanz. Sie entdecken darin die Grundlage ihrer individuellen Entwicklung und stehen vor einer riesengrossen Herausforderung, wollen sie das Geistesgut für das öffentliche Kulturleben fruchtbar machen. 

ERKENNTNISGRUNDLAGEN
Da die Lösungen für die menschlichen und sozialen Probleme im Denken anfangen müssen, ist eine Kultivierung des Geistes, wie es in Mitteleuropa bis vor etwa 100 Jahren stattfand, (was, wie oben erwähnt, gewaltsam unterbrochen wurde,) nach wie vor die einzige Garantie für den Menschheitsfortschritt. Wir knüpfen deshalb an die Methode an, die dem Menschen die Verbindlichkeit des Denkens zeigt und dessen Potenz ausloten kann, und damit als einzige für Natur- und Geistes- und Sozialwissenschaften eine gemeinsame Basis wirklich schafft. 



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